Erfahrungsbericht mit einem iwakon Passivhaus.
Fam. Grillitsch, 84069 Schierling. Hausbau 2006/2007, Bericht vom August 2009.
Nachdem wir uns dazu entschlossen hatten, ein Passivhaus zu bauen, begann die Recherche, die grundsätzlich eher ernüchternd war. Es gibt derzeit nicht viele Anbieter für Passivhäuser in Deutschland, die zugrunde liegenden Konzepte sind vielfach nicht wirklich überzeugend.
Die Firma iwakon hat sich hier sehr positiv abgehoben, da das Konzept, vor allem auch in ökologischer Hinsicht, also bei der Auswahl der Baustoffe und Materialien, überzeugt. Nicht zuletzt war deren Erfahrung im Passivhausbau beeindruckend.
Die einzige Schwierigkeit sahen wir in der Entfernung zur Baustelle in Schierling, da der Firmensitz von iwakon in Hannover ist.
Bei einem ersten Kontakt in Hannover und der Besichtigung eines bereits gebauten Passivhauses wurde der positive Eindruck bestätigt. Der Firmeninhaber hat sich viel Zeit für uns genommen, die Funktionsweise eines Passivhauses, den Wandaufbau, die Technik sowie die verwendeten Baustoffe erklärt.
Nachdem wir inzwischen auch ein geeignetes Grundstück gefunden hatten, ging es jetzt in die Planung des Hauses. Grundrisse, Ausstattung, Technik wurden in einer ausführlichen Beschreibung festgehalten. Nach ein paar Korrekturen war das Konzept unterschriftsreif. Die Firma iwakon tritt dabei als Generalübernehmer auf, d.h. sie kümmert sich um die komplette Abwicklung inkl. Handwerkerausschreibungen.
iwakon zeigte sich sehr flexibel bei der Gestaltung des Hauses. Im Prinzip ist alles möglich, was der Bauherr wünscht. Eine schöne Alternative zu den klassischen Hausanbietern, die Systemhäuser von der Stange mit ein paar Ausstattungsvarianten anbieten. Wir haben uns entschieden, das Haus mit Keller, Indach-Fotovoltaikanlage, Erdwärmetauscher, Zentralstaubsauger und Grauwasseranlage zu bauen, all das ist möglich!
Der Bau konnte trotz der Entfernung (ca. 600 km) von Projekt und Bauleitung zu unserer Zufriedenheit abgeschlossen werden. Zu den kritischen und wichtigen Abschnitten war die Bauleitung stets vor Ort. Natürlich gab es auch die eine oder andere Phase, bei der Schwierigkeiten aufgetreten sind, aber das liegt in der Natur der Sache. Wichtig ist nur, dass alle Punkte zufrieden stellend abgearbeitet wurden, dass nichts unter den Tisch gefallen ist und keine gerichtlichen Auseinandersetzungen notwendig waren.
Aus diesem Grund können wir schon an dieser Stelle sagen, wir würden wieder mit iwakon bauen!
Spannend war dann der Einzug in unser neues Passivhaus. Wie lebt es sich in einem solchen Haus? Haben wir uns richtig entschieden? Erfüllen sich unsere Erwartungen?
Heute, ca. zwei Jahre später können wir voller Überzeugung sagen, wir wollen nie wieder in einem anderen Haus als einem Passivhaus leben! Warum?
Die Berechnungen zum Energieverbrauch stimmen. Es ist erstaunlich, wie wenig Energie das Haus verbraucht. Allein die Tatsache, dass im Winter bei ordentlichen Minustemperaturen ein Raum allein durch die Glühbirnen erwärmt wird, zeigt das Potential des Hauses. Zusätzlich wird auch bei geringer Sonneneinstrahlung im Winter das Haus sofort warm und die Wärme bleibt lange im Haus.
An kalten, nebligen Tagen kann es durchaus notwendig werden, die Infrarot-Deckenheizung, die es in jedem Raum gibt, einzuschalten. Dieser Energieverbrauch ist jedoch im kalkulierten, jährlichen Heizenergiebedarf enthalten.
Im Sommer ist es bei intensiver Sonneneinstrahlung wichtig, die Fenster zu verschatten, was bei unseren elektrischen, außen liegenden Rollläden kein Problem ist. Die Temperaturen sind dann angenehm, das Haus überhitzt nicht. Und zusätzlich kühlt der Erdwärmetauscher an heißen Tagen die Zuluft doch bis zu 7° Celsius ab.
Die Lüftungsanlage möchten wir nicht mehr missen. Sie arbeitet geräuschlos, selbst in der Nacht, wenn alles ruhig ist, ist nichts zu hören. Ohne zu lüften haben wir ständig gefilterte, frische Luft im Haus. Keine Insekten, die die Nachtruhe stören, kein Schimmel und keine Feuchtigkeit! Abgesehen davon wird ein Großteil der Wärme zurückgewonnen, bevor die Abluft das Haus verlässt.
Insgesamt ist das Wohngefühl auch wegen der verwendeten Materialien sehr angenehm, es macht sich bezahlt, dass Strohbauplatten, Schafwolle, Zellulose, Holzweichfaser und Lehm verwendet wurden.
Jeder Bauherr, der heutzutage konventionell baut, ist unseres Erachtens auf dem falschen Weg, da aus ökonomischer und ökologischer Sicht der Weg am Passivhaus nicht vorbeiführen kann. Daher ist für uns auch die Teilnahme am jährlich stattfindenden „Tag des Passivhauses“ selbstverständlich.




